Oben: KALASH ASK74U 6mm S-AEG. Diese Softairwaffen besteht überwiegend aus Metall (Stahl) und hat einen Holzhandschutz. Montiert ist ein PBS-Schalldämpfer. Klappschaft, verstellbares Korn, voll zerlegbar. Als Einsteigerwaffe sehr zu empfehlen. 

Erbsenpistolen für den echten Mann ... 

 

Airsoft, hierzulande auch Softair genannt, bezeichnet Druckluftwaffen, die kleine Plastikkugeln im Kaliber 5,5mm, 6mm und 8mm aus glatten Läufen verschießen. Diese ähneln richtigen Schusswaffen z. T. sehr. Wer sich also mit dem Gedanken trägt, Waffen zu sammeln, aber keine Lust oder Zeit hat, sich mit der Roten WBK zu befassen, der findet hier ein ideales Betätigungsfeld. Das Angebot ist enorm. 

 

Erfinder dieser Waffengattung sind die Japaner, die aufgrund ihres sehr strikten Waffengesetzes aus der Not heraus die Idee hatten, solche schussfähigen, aber durch und durch harmlosen Nachbildungen zu kreieren. 

 

Aber auch im Einsatz bietet eine Softair viele Möglichkeiten. Der realitätsnahe Umgang mit einer Schusswaffe lässt sich damit gut trainieren und besonders die mehrschüssigen Softairs ermöglichen das Simulieren von realitätsnahen Einsatzszenarien, zumindest auf kürzere Entfernungen bis ca. 20m. Daher werden diese Waffen von Privatpersonen auch weltweit für sog. Skirms oder MilSims eingesetzt. Z. T. mehrere hundert Menschen spielen dann mit den Softairwaffen verschiedene Einsätze im Gelände. Augenschutz vorausgesetzt, hat man es da trotz aller Bedenken mit einer harmlosen und spaßorientierten Sportart zu tun. 

 

Die Preise reichen von ca. 30 € für einfache Spring-Pistolen aus Kunststoff und enden irgendwo bei ein paar tausend Euro für 1:1 Kopien aus Stahl von bekannten Sturmgewehren. Dazwischen gibt es für jeden Geldbeutel etwas und wer zum Beispiel ein brauchbares Gewehr im Kalashnikow-Look sucht, kommt etwa mit der Kalash AKS74U (AEG) ganz gut hin - die kostet knapp 180 €. Gute Pistolen mit Gasantrieb liegen um die 150 bis 200 €.     

 

Oben: GSG TAURUS PT 92FS in 6mm BB mit CO2-Antrieb und Blowback. Vollmetall, Griffe der echten Waffe (von HOGUE). 

Als Antriebskonzept haben sich die folgenden drei Varianten etabliert:  

 

Spring:

 

Diese Federdruckmodelle stellen die einfachste Variante dar. Die Funktionsweise ist ähnlich einem Luftgewehr oder einer Luftpistole. Eine Feder spannt einen Kolben. Wird durch eine Klinke des Abzuges nun diese gespannte Feder aus ihrer Arretierung gelöst, wird durch den Kolben die Luft komprimiert und durch den Lauf gepresst.  

 

Der Vorteil solcher Waffen liegt auf der Hand: Man braucht keine weiteren Elemente zum Betrieb, also kein Gas oder Batterien, sondern nur etwas Muskelschmalz. Allerdings muss man vor jedem Schuss wieder neu spannen. Die Waffen sind also auf den Einzelschuss begrenzt. Ein weiterer Vorteil ist die simple Konstruktion.  Für das gelegentliche Plinken oder den Sammler sind solche Waffen ausreichend, wer Action braucht, wird damit auf Dauer nicht zufrieden sein. 

Oben: COLT "Delta Elite" 6mm Spring von KWC. Eine einfache, aber dennoch recht realistische Federdruck-Pistole aua Kunststoff. Nach jedem Schuss muss der Verschluss nach hinten gezogen werden - damit wird repetiert.  Preis: ca. 30 Euro.   

S-AEG: 

 

AEG heißt Automatic Electric Gun, das "S" bei S-AEG steht noch für "semi", also halbautomatisch. Diese Waffen - in der Regel Langwaffen - werden mittels Akkubetrieb geschossen. Ein Elektromotor spannt über eine sog. Gear Box (ein Getriebe, um die Richtung und Energie entsprechend auf den Kolben umzuleiten) einen Kolben in der Waffe. 

 

Die Wahl des korrekten Akkus ist nicht gerade einfach, hier gibt es einen guten Guide zum Thema. 

 

Gas/CO2: 

 

CO2-Kapseln zu 12g treiben - ähnlich wie bei einigen Druckluftwaffen - die Plastikgeschosse an. Diese Kapseln werden meist ins Griffstück geschraubt und liefern die nötige Energie für den Schuss. Der Vorteile liegt auf der Hand: Ich habe eine große Energiereserve und kann mehrfach hintereinander schießen. Dazu kommt noch ein Schussknall, der je nach Typ noch einiges an Realismus beiträgt. Noch einmal unterschieden wird dann in NBB und GBB. NBB bedeutet schlicht "Non blow back", also dass die Waffe keinen künstlichen Rückstoß mit Hilfe des Gases erzeugt. GBB verbrauchen deutlich mehr Gas und gelten per se als etwas unpräziser. 

 

Gas bedeutet für den gemeinen Softairler in aller Regel Green Gas oder Red Gas. Diese bestehen alle aus Mischungen, die Propan und Butan enthalten - sie sind also brennbar! Daneben gibt es aber noch etliche andere. Der Unterschied der einzelnen Sorten besteht darin, dass sie alle verschieden stark sind. Aus Dosen wird das Treibmittel über ein Ventil  in die Waffe oder in das Magazin gefüllt. Es gibt vom Grundprinzip her also gewisse Ähnlichkeiten zwischen CO2 und "Gas". Was man auf jeden Fall beachten muss, ist dass man das passende Gas zu seiner Waffe hat, denn nicht alle vertragen die starken Versionen wie Red Gas!   

 

Übersicht über die Softair-Gase

Oben: Auch für Revolver-Fans gibt es schöne Airsoftwaffen. RUGER Superhawk 6mm BB, Antrieb mit einer CO2-Kapsel mit 12g. Geladen wird die Trommel mittels Laderingen aus Weichplastik. 

Was man nun für sich nimmt, hängt eigentlich nur von der persönlichen Präferenz ab. Alles drei Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. 

Hop Up und BAX: 

 

Hinter diesen beiden Systemen steht die Idee, dass man die BB-Rundkugel, die aus dem Lauf einer Airsoftwaffe verschossen wird, mit einem Rückwärtsdrall versieht und diese dann im Fluge stabilisiert. So erreicht man neben einer höheren Präzision auch größere Schussweiten. Das Hop-Up ist an vielen Waffen verstellbar. 

 

Rechtliches: 

 

Waffen, deren Mündungsernergie über 0,5 Joule liegt, fallen unter das WaffG. und müssen das bekannte "F" im Fünfeck tragen. Sie dürfen von volljährigen Personen erworben und benutzt werden. Ihre Energie darf nicht über 7,5 Joule liegen und sie dürfen nicht vollautomatisch schießen (Vollautomaten sind aber bei den 0,5 Joule erlaubt!). Da Softair als Anscheinwaffen gelten, dürfen sie übrigens nicht in der Öffentlichkeit geführt werden

 

Fazit: Sehr realistische Waffen, mit denen man auch auf eher geringe Entfernungen bis ca. 20m realitätsnah schießen kann. Auch hier gilt, dass die Hersteller für jeden Anspruch das Richtige liefern. Auch Sammler kommen voll auf ihre Kosten, es gibt von fast allen echten Schusswaffen mindestens eine Airsoft. Wer auf sehr präzises Schießen steht oder auf größere Distanzen agieren möchte, sollte aber eher zur Druckluftwaffe greifen. 

 

Tipps: 

 

- Beim Schießen sollte man auch hier eine Schutzbrille tragen - diese Waffen sind mitnichten Erbsen verschießendes Spielzeug! Abpraller, die im Auge landen, können sehr unangenehme Folgen haben. 

 

- Die bei den neu gekauften S-AEGs mitgelieferten Akkus taugen oft nicht viel, man sollte sich daher nach hochwertigeren Teilen umsehen und diese verbauen. 

Oben: Eine typische Spring, komplett aus Kunststoff. Die von HECKLER&KOCH lizenzierte USP von UMAREX ist ein schöner Nachbau in 6mm BB für den Einsteiger. Nachgeladen wird mittels Hand (Verschluss repetieren vor jedem Schuss). Die Präzision ist auf ca. 5m erstaunlich gut. Da die Energie an der Mündung unter 0,5 Joule liegt, kann diese Pistole bereits ab 14 Jahren gekauft werden. Solche eher schwachen Freizeitwaffen eignen sich perfekt für die, die in ihrer Wohnung oder im Haus nur wenig Platz zum Schießen haben. 

Oben: KALASH AKS74U in 6mm BB. Selbst Kenner können solche Airsoftwaffen kaum von den echten unterscheiden.