Oben: WALTHER CP 88 4,5mm CO-2-Pistole. 

Vom Winde verweht ... 

 

Von Druckluftwaffen, also Luftgewehren und Luftpistolen, gibt es eine große Vielzahl von Modellen und Typen, die sich vom Antriebskonzept her auch deutlich unterscheiden können. Die Bandbreite reicht von einfachen Knicklaufgewehren aus China für um die 30 Euro bis hin zu High-Tech-Matchwaffen mit Pressluft, die gerne mal eine gute vierstellige Summe kosten können. Die Waffen verschießen entweder sog. Diabolos oder Rundkugeln, wobei letztere als weniger präzise gelten, nicht zuletzt auch deswegen, weil diese oft aus  nicht gezogenen Läufen verschossen werden. 

 

Das Schießen mit diesen Druckluftwaffen mach viel Spaß, ist sehr vielseitig und kann durchaus ein Training für die sein, die später oder parallel mit Kleinkaliber oder auch Großkaliber schießen wollen.  

 

Neben dem sportlichen Aspekt und dem reinen Freizeitschießen eignen sich natürlich auch LG und Lupis gut zum Sammeln. Die Menge, die man kaufen möchte, ist nicht begrenzt und einige Sammelgebiete haben bereits einen deutlichen Wertzuwachs zu verzeichnen, etwas die typischen Kirmesgewehre für Rundkugeln (Repetierer) oder militärisch genutzte LG wie das HAKIM, Mars 115, Üb 01, VZ 35 und 47 und ähnliche Modelle. Im Bereich der Kurzwaffen gibt es seit Mitte der 90er auch viele Ausführungen, bei denen man viel Wert auf ein realistisches Äußeres gelegt hat, also auch hier findet der potenzielle Sammler und Technikbegeisterte genügend Betätigung.   

Oben: CROSMAN 1077 4,5mm CO2-Gewehr. Die Waffe ist mehrschüssig und verfügt über ein herausnehmbares Kastenmagazin. Leider ist die Anmutung durch die vielen Plastikteile nicht sonderlich wertig, dennoch handelt es sich um eine brauchbare Spaßwaffe fürs Plinken. 

Oben: "China-Kracher": LG Typ "B2" aus Fernost. Diese rustikalen Waffen werden hier z. T. für um die 30 bis 40 € verkauft und sind eher etwas für anspruchslose Schützen. Präzision und Verarbeitung rangieren nämlich am unteren Ende des Möglichen. Die Gefahr bei solchen vermeintlichen Schnäppchen besteht immer darin, dass man sich den Spaß am Schießen schnell selber vermiest, weil man kaum etwas trifft oder die Waffe Zicken macht. 

Kaliber:

 

4,5mm

5,0mm

5,5mm

6,35mm

7,62mm

9mm

 

Die beiden letztgenannten Kaliber haben für den deutschen Markt kaum eine Bedeutung, da solche Waffen immer auf Energien weit jenseits der 7,5 Joule ausgelegt sind.  Man kann zwar z. B. eine 9mm Waffe kaufen, die Geschossgeschwindigkeit ist aber extrem gering und die effektiven Schussweiten liegen bestenfalls bei ca. 10-15m. Gängig ist hierzulande vor allem 4,5mm (amerikanisch .177), das auch sportlich bei offiziellen Wettkämpfen der Verbände geschossen wird. 

 

Technik: 

 

Knicklaufwaffen:

 

Verbreitet und sicher jedem bekannt sein dürften die Knicklaufwaffen (es gibt sowohl Gewehre wie auch Pistolen, die so funktionieren), bei denen man den Lauf nach unten abknickt und damit einen Kolben im Inneren der Waffe spannt. Man lädt nun das Geschoss (Diabolo) in den Lauf und knickt diesen wieder zurück in die Ausgangsposition. Betätigt man jetzt den Abzug, schnellt der zuvor gespannte Kolben nach vorne und drückt quasi ein Luftkissen vor sich her in den Lauf, das darin befindliche Geschoss wird durch diese bewegte Luftmasse durch den Lauf getrieben und damit verschossen. Man schießt also mit eigener Muskelkraft und benötigt außer den Diabolos und etwas Pflege keine weiteren Sachen, um mit so einem "Knicker" Jahrzehnte schießen zu können. Das ist ein großer Vorteil dieser Technik, die es schon ziemlich lange gibt und die sich aufgrund der Einfachheit vor allem im Freizeitbereich durchgesetzt hat.    

 

Darstellung des Abknickens 

 

Oben: Abgeknickt! Der Lauf des MERCURY Coromell 4,5mm ist abgeknickt und man kann nun das Geschoss verladen. Unter dem Lauf sieht man die gefettete, federbelastete Keil-Verriegelung, die beim zurückgeklappten Lauf in der Systemhülse etwas Stabilität bringt. 

Oben: MERCURY Coromell, 4,5mm. Dieses in der Türkei gebaute Knicker-LG bietet eine recht martialische Erscheinung, vom schwarzen Kunststoffschaft bis hin zum Schalldämpfer. Verarbeitungstechnisch liegt es aber nicht auf einem Level mit deutschen Herstellern.  

Unterhebelspanner: 

 

Ähnlich wie beim Knicklauf wird hier ein unter dem Lauf befindlicher Hebel nach unten weggeklappt und damit wird dann die Kolbenfeder gespannt. Ein Vorteil gegenüber dem Knicklaufsystem ist die Tatsache, dass der Lauf starr ist und sich nicht beim Spannen bewegt. Die Präzision solcher Unterhebelspanner ist daher manchmal etwas besser. Typische Unterhebelspanner sind das WEIHRAUCH HW 57 oder das WALTHER LGU. Manche Unterhebler haben eine Art Pumptechnik als System, bei der man mehrfach den Hebel hin und her bewegen muss - so kann man den Druck sogar regulieren. 

 

Seitenspanner: 

 

Hier ist der Spannhebel auf die Seite der Waffe verlegt (siehe Bild unten, DIANA 48). Das Prinzip ist aber auch hier im Grunde gleich: Man spannt mit dem Hebel die Kolbenfeder und erzeugt damit die nötige Energie für den Schuss. Der Lauf bleibt auch hier starr und damit gelten die Seitenspanner ebenfalls als etwas präziser als Knicker, wobei man diese Aussage nicht verallgemeinern sollte. Vor gut 20 Jahren waren übrigens noch viele Matchgewehre in den Vereinen Seitenspanner, diese Technik ist im High-End-Bereich aber schon länger von Pressluftmodellen abgelöst worden. Solche ausgemusterten Schätzchen sind für den Freizeit-Sportler eine gute Wahl, denn man bekommt für meist faires Geld sehr präzise Druckluftwaffen.    

Oben: DIANA 48 Seitenspanner-LG im Kaliber 5,5mm. Der Spannhebel an der Seite ist gut zu sehen. Das DIANA 52 ist bis auf den Schaft baugleich und das DIANA 54 "Airking" ist äußerlich ähnlich, hat aber eine interessante Technik, bei der das System sich bewegt. So mindert der Hersteller den Rückstoß bzw. Prellschlag erheblich. 

Oben: WMN B5, 4,5mm. Dieser AK-Verschnitt mit Seitenspannersystem (Einzellader) kommt aus China und ist komplett aus Stahl gefertigt, er lässt sich auch leicht komplett zerlegen. Das Modell wird noch unter anderen Namen angeboten, so etwa als PERFECTA 47. Die Machart ist ziemlich derb, dafür aber robust, zudem ist das Gewehr sehr stark und reizt die 7,5 Joule voll aus. Hier sind einige (legale) Umbauten zu sehen: ZF, angeschraubtes Magazin eines AR-15, Lederriemen vom G-3. Das LG verfügt über einen Klappschaft und eine Sicherung. Angeblich wird es in China für die Kadetten-Ausbildung genutzt - daher die Ähnlichkeit zu einem AK-Klon.   

CO2: 

 

Wer er es etwas actionlastiger mag, für den sind die mit CO2 betriebenen Druckluftwaffen etwas. Seit den 90er-Jahren setzt sich dieses System immer mehr durch. Mittels einer Kapsel mit entweder 12g oder 88g CO2 werden die Geschosse durch den Lauf getrieben. Manche Waffen nutzen auch zwei 12g-Kapseln. Dieser Energievorrat ermöglicht ein halbautomatisches Schießen, man kann also den Finger krumm machen und jedes Mal kommt ein Diabolo oder eine Rundkugel (BB) vorne raus. Pro 12g-Kartusche kann man je nach Waffe zwischen 50 und 200 Schuss abgeben. Sie wird in das System eingelegt und dann von einem Dorn angestochen. Das Prinzip ist genial wie simpel: Ein Ventil wird, etwa durch eine Art Schlagbolzen, durch das Betätigen des Abzugs kurz geöffnet und das Gas nun strömt in einen Bereich hinter dem Geschoss - so wird es durch den Lauf nach vorne gepresst.

Oben: ANICS BERETTA 9000S in 4,5mm (Diabolos) mit CO2-Antrieb und Kettenmagazin. Made in Russia. Leider ist diese dem kompakten Original sehr gut nachgebildete Pistole nur noch gebraucht erhältlich. Der Abzug ist sehr schwergängig und die Präzision mittelmäßig, dennoch ist die 9000er Muss für Fans von echt aussehenden Druckluftwaffen. 

Oben: Zwei CO2-Kapseln mit 12g Inhalt von UMAREX. Hersteller/Vertriebsfirmen gibt es viele. Links, am schmalen Ende, sind die kleinen runten Flächen zu sehen, die mittels Dorn in der Waffe oder im Magazin angestochen werden. So strömt das CO2 gegen ein Ventil bzw. eine Dichtung - betätigt man den Abzug, öffnet das Ventil kurz und lässt genug Gas hinter das Geschoss strömen, sodass es den Lauf passieren kann. Die Längenmaße sind nicht immer ganz gleich, sodass man u. U. aufpassen muss, welche Kapseln in welche Waffe passen. In der Regel schlucken die Modelle aber alle Kapseln. 

Oben: Die YUNKER. Ein auf der echten Kalaschnikow basierendes, halbautomatisch schießendes CO2-Luftgewehr. Kaliber 4,5mm Rundkugel. Komplett aus Stahl. Leider ein teurer Spaß, der zudem nicht viel Präzision liefert, für Fans der AK 74 und Sammler aber ein echtes Schmankerl, zumal diese Druckluftwaffe in der derselben Fabrik wie die echten AKs gebaut wird. Echter geht es nicht.  

Grundsätzlich gelten CO2-Waffen als etwas weniger präzise als z. B. Knicklauf- oder Seitenspannerwaffen. Fürs schnelle Schießem, etwa beim Plinking mit mehreren Zielen, eignen sich die CO2er hervorragend. Der Realismus beim Schießen an sich ist recht groß. Gibt man viele Schüsse schnell hintereinander ab, kann es zum sog. Cool-Down-Effekt kommen, weil das ausströmende CO2 die Waffe und das ganze System stark abkühlt. Der Druck sinkt dadurch und damit die Mündungsgeschwindigkeit der Waffe. Die CO2-Waffen funktionieren übrigens bei wärmeren Temperaturen insgesamt besser als bei kalten. Die Anzahl der Schüsse, die man pro Kapsel abgeben kann, hängt vom Modell und von der Temperatur ab. Als Beispiel sie hier die WALTHER CP 88 genannt. Mit einer 12g-Kapsel kann ich bei ca. 20 Grad Celsius ca. 80 Schuss verschießen (+/-).     

 

Cool-Down-Effekt

Oben: CROSMAN 1077W. 4,5mm CO2. W" steht hier für "Wood", also den Holzschaft. Das mehrschüssige Luftgewehr schießt halbautomatisch, wird mit 12g-CO2-Kapseln betrieben und bietet eine Menge Schießspaß. Die Waffe ist aber recht simpel und besteht leider zu großen Teilen aus Kunststoff. Trotz des gezogenen Laufes ist die Präzision nicht herausragend. In den USA werden solche Druckluftwaffen eher als Spielzeug klassifiziert, Kinder schießen je nach Waffengesetz des Staates oder Countys schon früh mit KK-Waffen. Rechts sieht man die Laderinge, die mit den Diabolos gefüllt und dann ins Magazin gesteckt werden. Die Waffe ähnelt äußerlich der legendären RUGER 1022 (.22 und .17), was wohl auch beabsichtigt ist.  

Oben: Etwas für Western-Fans - die WALTHER LEVER ACTION 4,5mm CO2. Die sehr präzise Waffe funktioniert stilecht über einen Unterhebel. 8-Schuss-Trommel. 

Oben und unten: BERETTA Cx4 "Storm" - ein von UMAREX gefertigter, halbautomatischer Pistolenkarabiner in 4,5mm mit CO2-Antrieb in futuristischer Anmutung. Das Original gibt es in den Kalibern 9x19mm Luger oder .40 Smith&Wesson. Im Hinterschaft findet eine große 88g-Kapsel Platz, alternativ kann man auch den von UMAREX angebotenen Adapter nutzen, der dann zwei 12g-Kapseln aufnimmt. Diese Waffe ist mit einem Red-Dot-Visier von WALTHER (ebenfalls von UMAREX) ausgestattet.  

LEP: 

 

Hinter dem Kürzel steht die Bezeichnung "Luft-Energie-Patrone". Diese pfiffige Technik entstand wohl in England und sollt den Realismus beim Schießen mit Druckluftwaffen erhöhen.

 

Nachteile: Das Aufpumpen der Patronen ist zwar gut für den Bizeps, nervt aber auf Dauer etwas. Abhilfe schaffen hier Ladestationen, die mit Pressluft arbeiten. Die LEP-Patronen sind außerdem recht empfindlich und die Dichtungen können mit der Zeit porös werden, sie brauchen also definitiv etwas Pflege. Die Präzision so eine LEP-Waffe ist normalerweise nicht berauschend, gleiches gilt für die Schussenergie. Dafür hat man eben ein sehr realistisches Schießgefühl durch die Metallpatronen. Leider sind die Waffen und auch das Zubehör ziemlich teuer.    

Oben: MELCHER SAA 4,5mm LEP Revolver. Diese hochwertige Westernwaffe wird von der Firma WEIHRAUCH gebaut. 

Oben: Die passende Technik - LEP links und die Handpumpe rechts. Auf dem linken Bild sieht man gut das kleine silberne Ventil an der aufgeschraubten Patrone. Durch den Impuls des Schlagbolzens wird es kurzzeitig geöffnet und die zuvor mit der Handpumpe (rechts) in die Patrone gepumpte Luft entweicht in die vordere Kammer, in der sich das Geschoss (Diabolo) befindet. Somit wird es durch den Lauf gepresst und verschossen.  

Fazit: Interessante und recht realitätsnahe Variante des Druckluftschießens, die aber verhältnismäßig teuer und durch das sehr aufwändige Laden und Befüllen der LEP kompliziert ist. Eher etwas für echte Liebhaber und Sammler. 

Pressluft:

 

Besonders im professionellen Wettkampfbereich wird heute als Antriebsmittel Pressluft benutzt. Die Olympioniken nutzen z. B. moderne Waffen von Anschütz, Walther oder anderen Herstellern, die die Presslufttechnik in den letzten Jahren immer weiter bis zur Perfektion optimiert haben. Solche Gewehre und Pistolen sind so etwas wie die Formel 1 unter den Druckluftwaffen, sie sind wiederholgenau präzise und schießen fast erschütterungsfrei; dieser Nimbus sollte aber den ambitionierten Freizeitschützen nicht davon abhalten, sich so ein Teil zuzulegen, wenn sie es sich leisten können. Preislich liegen die Presslüfter nämlich meist deutlich über Knickern oder CO2-Waffen. 

 

Rechtliches:

 

Diese Waffen sind frei erwerbbar ab 18 Jahren. Wichtig ist, dass die jeweilige Druckluftwaffe ein "F" im Fünfeck trägt und damit eine maximale Energie von 7,5 Joule hat. Ausnahmen bilden hierbei nur Luftgewehre aus westdeutscher Produktion, die vor 1970 in den Handel gekommen sind und Luftgewehre aus der ehemaligen DDR (1970 bis 1990). Übrigens kann man sich 7.5 Joule bei einem 4,5mm LG gut bildlich vorstellen: Man nehme ein 7,5 Kg schweres Metallstück mit einer kleinen Spitze vorne daran, die genau 4,5mm Durchmesser hat. Dieses Metallstück bringt man nun auf eine Höhe von einem Meter und lässt es auf die kleine Spitze fallen. Die kinetische Energie, die dann dort am Boden im Ziel ankommt, entspricht 7,5 Joule. In anderen Ländern gelten andere Joule-Begrenzungen, oft sind diese dort großzügiger ausgelegt. Hat man nun - völlig legal - ein altes LG, das in Westdeutschland vor 1970 gekauft wurde und damit auch kein "F" hat, darf man das zwar besitzen, wenn die Energie über über 7,5 Joule liegt, darf man damit nicht zuhause schießen, sondern nur auf zugelassenen Schießständen. 

 

Diese Waffen müssen zuhause seit Neuestem in einem nicht klassifizierten Behältnis gelagert werden und müssen so vor dem unbefugten Zugriff Unberechtigter geschützt werden. Minderjährige, also etwa die 17-jährige Tochter im Hause, darf keinen Zugang zu Pappas Luftgewehr haben, wenn der damit nicht gerade selber hantiert ("Die tatsächliche Gewalt darüber ausübt."). Da die Geschosse (Diabolos, Rundkugeln usw.) nicht als Munition im Sinne des WaffG. gelten, kann man sie auch zusammen mit den Waffen lagern. Besonders bei einem Einbruch sollte sicher gestellt sein, dass die Strolche die Waffen nicht einfach so mitnehmen können, weil die nur an der Wand hingen. 

Oben: WEIHRAUCH HW 30 MII in 4,5mm. Ein oft empfohlenes "Einsteiger-LG" mit Knicklauf - und das zu Recht. Es handelt sich um eine eher kompakte und sehr präzise sowie wirklich gut verarbeitete Freizeitwaffe, die erfreulicherweise ohne Plastikteile auskommt.  

Fazit: Hier ist für jeden etwas dabei! Egal, ob realistisch oder ultra-präzise: Wer mal in den Bereich "Freizeit-Schießen" hineinschnuppern möchte, der ist mit einem LG oder einer Lupi aus dem Druckluftbereich mehr als gut bedient. Unkompliziert kann man damit zuhause agieren und seine Fähigkeiten trainieren. Dabei kann man solche Waffen auch auf recht große Distanzen nutzen, ein hochwertiges 7,5-Joule-Geweht trifft noch auf knapp 50 Meter Entfernung ziemlich präzise. Kleine Wettkämpfe in geselliger Runde steigern den Spaß dann zusätzlich. Aber auch im Verein um die Ecke gibt es viele Möglichen für den ambitionierten Luftschützen, modernes High-Tech-Gerät ermöglicht sportliche Höchstleistungen. Für Einsteiger bis zum Profi bieten die Hersteller garantiert das passende Gerät und je nach Geldbeutel wird man ganz sicher fündig. 

 

Tipps:

 

- Tragen Sie beim Schießen eine Schutzbrille. Das gilt zwingend, wenn man auf geringe Distanzen schießt, also über den Daumen alles unter 10m. Das sieht vielleicht leicht albern aus, mag man jetzt denken, aber besonders Rundkugeln tendieren stark zum Abprallen vom Ziel und die kommen dann dem Schützen entgegen geflogen. Und glauben Sie mir, so eine kleine Metallkugel will niemand ins Auge bekommen. 

 

- Knicklaufwaffen niemals für längere Zeit gespannt abstellen! Neben dem Sicherheitsaspekt ("Moment, war die jetzt noch mal gela ..." "BOOOM!") schadet man so der Waffe, weil die Feder unnötig belastet wird. Das Spannen sollte nur direkt vor der Schussabgabe erfolgen. Will man aufhören zu schießen, muss man die Waffe entspannen und das nur mit einem Geschoss - siehe auch nächster Punkt! 

 

- Niemals, wirklich niemals eine Knicklaufwaffe LEER abschießen, also ohne Diabolo im Lauf! Der Kolben hat durch den fehlenden Widerstand des nicht vorhandenen Diabolos nämlich eine ganz andere, höhere Geschwindigkeit beim Vorwärtsbewegen und damit mehr Energie; er knallt regelrecht nach vorne. Das verschleißt Ihre Waffe durch die mechanische Mehrbelastung unnötig und kann oder wird sehr schnell zu ernsthaften Schäden führen. 

 

- Dichtungen der CO2-Druckluftwaffen pflegt man am besten mit etwas Silikon-Öl. Die CO2-Kapseln (12g und 88g) sollte man auch nicht zu lange in der Waffe lassen, auch wenn viele LG und Lupis das durchaus eine Weile vertragen.  

 

- Auch wenn man nur mal ein bisschen ausprobieren will, empfiehlt es sich, keine Billigangebote zu nutzen. Ein schönes Einsteiger-Luftgewehr ist z. B. das WEIHRAUCH HW30, das um die 150 € kostet. Grundsätzlich macht man mit Waffen aus dem Hause DIANA und Weihrauch nicht viel falsch, auch Walther (gehört zum UMAREX-Konzern) liefert einige gute Druckluftwaffen, wie das recht neue LGV oder das mit CO2 betriebene Walther Lever Action im Stile eines klassischen Unterhebelrepetierers. Grundsätzlich sollte man wissen, was man will und was für Rahmenbedingungen man zuhause hat: Auf welche Entfernungen kann ich schießen, brauche ich ein Zielfernrohr usw. Nachdem man infiziert ist, werden es sowieso mehrere Waffen, aber das ist eine andere Geschichte ... 

 

- Auch bei den Kurzwaffen sollte man genau überlegen und ggf. testen, was man will. Der Schütze A bevorzugt den präzisen Schuss auf die Scheibe und ist mit einer Matchpistole mit Pressluftantrieb gut bedient, der Schütze B will richtig Action und ein realistisches möglichst Schießgefühl - der fährt mit einer mehrschüssigen CO2-Pistole (wie der WALTHER CP 88 ganz oben) besser, mit der er auf Pendelziele schießt. Lassen Sie sich im Fachhandel zusätzlich beraten oder besuchen Sie einschläigige Foren im Netz.  

 

- Probieren Sie beim Händler vor Ort mehrere Waffen aus. Katalogbilder oder nette Bildchen im Netz sind mitunter trügerisch. Da entpuppt sich so mancher Schatz als billige und schlecht zusammengewamste Gurke. Und: Schaftlänge und Handhabung sollten zu Ihnen passen. Ein 2-Meter-Schütze wird etwa mit dem oben angesprochenen WEIHRAUCH HW 30 nicht zurecht kommen, weil der Hinterschaft viel zu kurz ist.  

Oben: Futter für die Druckluft-Pusten. Diabolos in 4,5mm. Zu sehen sind verschiedene Geschossformen, unten Flachkopf und oben spezielle Jagdgeschosse mit einer aufgesetzten Spitze. Achtung! Das Jagen auf Kleintiere ist nur echten Jägern gestattet, deren LG aber deutlich mehr als 7,5 Joule haben.