Oben: Nach getaner Arbeit. Eine Bierdose wurde dem Recycling zugeführt. Schussentfernung: ca. 45m. Im Vordergrund zwei Sorten Diabolos im Kaliber 4,5mm: Jagdgeschosse mit Spitze und rechts daneben Flachkopf. 

Wo soll es hingehen? 

 

Für das vergnügliche Freizeitschießen mit dem Luftgewehr oder eine Airsoftwaffe braucht man ein adäquates Ziel. Theoretisch kann man natürlich auf alles schießen (ausgenommen Lebewesen) und es macht durchaus Spaß, einen alten Laptop mit einer AKSU 74U Softair mit einem Trommelmagazin für 1000 Schuss denselben in den EDV-Himmel zu befördern. Von der Sauerei hinterher mal abgesehen ist das großes Kino und einen besseren Frustabbau in legaler Form kann man sich kaum vorstellen. Allerdings dürfte das Standardziel für viele die klassische Scheibe sein: 

 

Schießscheiben/Scheiben: 

 

Vorweg: Die Dinger heißen nicht Karten! Es sind und bleiben Scheiben, die es in zig verschiedenen Varianten gibt. Typischerweise haben sie eine Ringeinteilung (siehe unten) oft in der Mitte eine schwarze Fläche, damit man durch den Kontrast besser zielen kann. Es gibt auch Scheiben mit Symbolen, Grafiken und Motiven oder auch mit Tieren. Wer über einen Drucker verfügt, kann sich im Internet Vorlagen herunterladen und diese dann ausdrucken: 

 

> Scheiben zum Ausdrucken

  

Für den Freizeitbereich hat sich das Maß 14x14cm durchgesetzt, es gibt aber weltweit eine Vielzahl von Schießscheiben in den unterschiedlichsten Abmessungen. Eingesteckt werden die Scheiben am besten in einen Kugelfangkasten. Der ist aus Stahl, hat eine bestimmte Form und sorgt damit dafür, jedenfalls meistens, dass die Geschosse nicht abprallen und zurück kommen, sondern stattdessen unten im Kasten liegen bleiben. Der Einsatz eines solchen Geschossfängers empfiehlt sich unbedingt. Theoretisch kann man seine Scheibe auch an die Tür nageln an die Wand kleben, aber dann hat man es vermehrt mit Abprallern zu tun, die in Richtung Schütze fliegen. Unterschätzen sollte man auch die zerstörerische Wirkung der durch freie Waffen verschossenen Geschosse nicht. Alles, was hinter der Scheibe ist, wird Schaden nehmen. 7,5 Joule reichen durchaus, um Glasscheiben zu schrotten oder große Macken ins Holz zu machen. 

 

Auf Pappen kann man sich selber leicht Ziele aufmalen und diese benutzen, im Netz gibt es zudem Vorlagen, die man ausdrucken kann. Vom Zombie bis hin zu komplexen Formen ist die Auswahl schier unendlich. 

 

Wie oft man auf eine Scheibe schießt, hängt davon ab, was man gerade vorhat. Geht es darum, die Präzision einer bestimmten Diabolo-Sorte zu testen, sollte man aus Gründen der Übersichtlichkeit nur einige wenige Schüsse auf der Pappe platzieren. Will man aber nur "Spaß" haben und das prall gefüllte High-Cap-Magazin der Airsoft-MPi entladen, dann kann man die Scheibe natürlich solange unter Feuer nehmen, bis sich in Einzelteile aufgelöst hat. 

 

Reizvoll kann es für den Kreativen auch sein, eigene Scheiben zu entwerfen. Mit der heutigen EDV-Technik ist das ja kaum noch ein Problem. 

Oben: Eine typische Scheibe in 14x14cm und ein (schlechter) Streukreis. Geschossen wurde mit einer BAIKAL MP 654K 4,5mm BB CO2-Pistole aus ca. 10m Entfernung.  

Oben: Alles, was man braucht: Luftgewehr, Scheiben und eine Dose "Dias". 

Tonröhrchen: 

 

Jede gute Kirmesbude mit Luftgewehrbetrieb hat solche Ziele und jeder hat sie schon mal gesehen. Diese Röhrchen gibt es auch so zu kaufen und der Schießspaß steigt ungemein, wenn man ein Ziel hat, das beim Treffer mit einem Knall deutlich sichtbar zerstört wird. Gut, das ist jetzt vielleicht so ein Männer-Ding, aber was soll`s. Probieren Sie es einfach mal aus. Man kann kleine Holzstäbe auf einen Styropor-Block stecken und die Röhrchen dann dort aufstecken. 

 

Alternativ kann man auch auf alle anderen Dinge schießen, die sich dann spektakulär zerlegen - (leere) Feuerzeuge, Verpackungen, Gläser, alte Spielzeugautos, Tassen, ausgemusterte Handys usw. Achten sollte man nur auf einen adäquaten Augenschutz, den Bereich hinter dem Ziel und vor allem Kehrblech und Besen nicht vergessen ... 

 

Dartscheiben 

 

Wer seinem LG das zumuten will und sog. Federbolzen verschießen will, kann auf Dartscheiben zielen. Diese Stahlbolzen sind aber tendenziell schädlich für gezogene Läufe und sollten, wenn überhaupt, nur aus glatten Läufen verschossen werden.   

 

Fazit: Zum Schießen gehört ein Ziel, so einfach ist das. Die Auswahl ist riesig. Grundsätzlich bietet sich eine Scheibe im Kugelfangkasten an, wenn man dazu noch ein Ziel wie den "Entenkasten" kauft, hat man garantiert lange Freude am Hobby. Auch das "Recyclen" von alten Materialen wie Bierdosen, Glasflaschen und anderen Verpackungen sorgt für mächtig Laune.  

 

Tipps: 

 

- Pendelziele oder sog. Entenkästen bringen etwas Pepp in den Schießalltag. Kombinieren Sie diese Ziele mit einer gewöhnlichen Scheibe.  So kann man sich leicht kleine Wettbewerbe kreieren: Wer ein Pendeziel verfehlt, muss auf der Scheibe ins Schwarze treffen, sonst ist er raus. Das macht man, bis ein Sieger über bleibt. 

 

- Wenn man schießt, muss man sich auch Gedanken um den Hintergrund des Zieles machen und auch die Umgebung im Auge behalten. Was passiert etwa, wenn ein Geschoss mein Ziel verfehlt? Was steht dahinter? Sind Abpraller möglich? Kann das Ziel Splitter bilden? 

 

- Wer im Garten schießt, muss darauf achten, dass die Geschosse das befriedete Grundstück nicht verlassen können! In der Praxis ist das übrigens kaum zu ermöglichen, es wird vom Gesetz aber so gefordert. Wer ohnehin komische Nachbarn hat, sollte vorher abklären, dass die nicht das SEK anfordern, wenn man auf seinem Grün mit einer Waffe hantiert. Das wäre nämlich nicht das erste Mal. Das Schießen außerhalb des eigenen Grundstückes und außerhalb von Schießstätten ist untersagt!