Wenn die Augen müde werden ... 

 

... dann hilft oft ein Zielfernrohr. Das ist natürlich nicht der einzige Grund, denn mit einem ZF kann man seine Distanz erhöhen, auf die man auch etwas trifft, weil man sich das Ziel ja quasi näher heranholt.

 

Offene Visierung: 

 

Der Klassiker und im Grunde auf fast allen Waffen vorhanden (wenige Ausnahmen gibt es bei Büchsen, aber auch bei LG, die eben nur für das Schießen mit einem ZF eingerichtet sind und keine Kimme und kein Korn haben). Kimme und Korn bilden die Zieleinheit, mit der man visiert. Sinnvoll sind solche Versionen, die sich verstellen lassen - das ist in erster Linie zunächst mal die Kimme. 

 

Verschiedene Arten der offenen Visierung und deren Bezeichnung 

 

Viele Visierungen dieser Art lassen sich verstellen, entweder durch Schrauben oder durch sog. Driften (ein Verschieben des Korns, das in einer Schwalbenschwanznut sitzt mit einem Korntreiber/Hammer), was aber etwas Erfahrung und auch Fingerspitzengefühl verlangt, damit man die Oberfläche der Waffe nicht beschädigt. Was man bei einer verstellbaren Kimme beachten muss, sieht man hier: 

 

Einstellung von Kimme und Korn 

 

ZF:

 

Zielfernrohre - kurz ZF - haben sich seit Jahrzehnten auch im Freizeitbereich etabliert. Die kosten für ein ZF reichen von ca. 15 Euro für ein 4x20 aus China bis zu Gläsern, die einen fünfstelligen Betrag verschlingen. Diese vergrößernden Optiken werden parallel zur Laufachse oben auf dem Gewehr angebracht und haben ein sog. Absehen, mit dem gezielt wird. Das ist das, was man im Volksmund meist als "Fadenkreuz" kennt, wobei es von den Absehen etliche verschiedene Ausführungen gibt. Beleuchtete ZF gibt es ebenfalls am Markt. Die Ziffern in der Bezeichnung eines Zielfernrohres beziehen sich auf die Vergrößerung (4x32 heißt also, dass das Glas eine vierfache Vergrößerung als Abbild liefert) und auf den Durchmesser des Austrittsokulars (4x32 heißt, dass das Okular vorne einen Durchmesser von 32mm hat). Zum ZF braucht man noch eine passende Montage, mittels der man das ZF auf dem Gewehr befestigt. Zunächst muss man wissen, welchen Mittelrohrdurchmesser man hat.    

 

Gängige Absehen 

 

Gute Seite zum Thema ZF

 

ZF für Pistolen und Revolver gibt es auch, sie haben aber eine eher geringe Vergrößerung. 

Oben: Ein 10x42 ZF von WALTHER auf einer Diana 48. Vorne am ZF sind die weißen Markierungen für den Parallaxeausgleich zu erkennen. Damit kann man das Absehen auch auf fast jede Entfernung scharf stellen. 

Red Dot:  

 

Red Dot heißt übersetzt "Roter Punkt" - entsprechend funktioniert diese Zielhilfe. Ein roter Punkt (es gibt auch andere Farben) wird auf das Absehen projeziert und bildet den Punkt, am dem das Geschoss einschlagen soll.  

 

Fazit: Je nach Gusto bietet sich eine Zielhilfe an, das steigert u. U. auch gewaltig den Schießspaß. 

 

Tipps:

 

- Ein gutes Universal-ZF für das Luftgewehrschießen sollte mindestens die Eckdaten 4x32 haben. Die ZF mit einem kleineren Durchmesser des Austrittsokulars (4x20 oder 4x15) sind einfach zu lichtschwach. 

 

- Die Wahl des Absehens ist eigentlich Geschmackssache, man sollte aber darauf achten, dass nicht zu viel vom Ziel verdeckt wird.  

 

- Achten Sie bei Druckluftwaffen mit Federkolben zwingend darauf, dass das Glas auch prellschlagfest ist! Durch den vorschnellenden Kolben entstehen starke und ruckartige Bewegungen in Längsrichtung, die auf Dauer billige ZFs zerstören. Sie wären sicher nicht der erste Schütze, bei dem sich nach einer gewissen Schussbelastung das Absehen im Inneren verabschiedet oder das ganze Glas in seine Einzelteile auflöst. Bei Pressluft- oder CO2-Waffen kann man diesen Aspekt vernachlässigen.  

 

- Wenn man auch auf geringe Entfernungen schießen möchte, sollte man auf einen sog. Parallaxeausgleich achten. Damit lässt sich das ZF über einen Stellring auf verschiedene Entfernungen scharf stellen. Nur damit kann man ein ZF auch auf Distanzen deutlich unter 20m wirklich scharf stellen. 

 

- Die Montage eines ZF oder einer anderen Zielhilfe wird gerne vernachlässigt, weil sie die Optik ja nur "hält". Dabei kommt ihr eine besondere Rolle zu, denn sie muss das ZF sicher und dauerhaft auf der Waffe halten. Kleine Stopperstifte, die in Aussparungen in der Systemhülse des Luftgewehrs greifen, sorgen dafür, dass die Optik nicht durch den Prellschlag "wandert". 

 

- Bei Jägern heißt es immer, dass eine gute Optik mindestens so viel kostet wie das Gewehr, auf das man sie aufsetzen möchte. Leider ist da etwas Wahres dran, denn auch hier gilt, dass Gutes eben kostet. Da aber nicht jeder ein paar hundert Euro für ein ZF ausgeben kann und will, kann man sich nach geeigneten Varianten umschauen, die nicht ganz so teuer sind. Viele Luft-Schützen schätzen beispielsweise die ZF von Nikko aus der Sterling-Baureihe.   

Oben:  Ein simples 4x15-ZF eines No-Name-Herstellers aus China. Als unterste Grenze für ein ZF sollte man mindestens ein 4x32 wählen, am besten auch ein Glas mit Parallaxeausgleich. Außerdem sollte es bei Waffen mit Federkolben auch prellschlagfest sein!